Die Theorie der Perfektion

Ich möchte dir nun erläutern, was die Theorie der Perfektion für mich bedeutet und warum ich der Meinung bin, dass diese Theorie bei vielen ungeklärten gesundheitlichen Problemen als zusätzlichen Betrachtungspunkt Anwendung finden sollte.

Ich selbst habe einen Großteil meines Lebens – wie viele Menschen – unter zahlreichen Allergien, Unverträglichkeiten und einer ausgeprägten Histaminintoleranz gelitten. Signifikante Verbesserungen waren lange Zeit kaum zu erwarten. Viele erklärten mir Beschwerden wie Herzstolpern, Brainfog, bleierne Müdigkeit oder Erschöpfung seien eben normale Phasen in unserem Leben. Meist wurden psychische Ursachen als mögliche Erklärung herangezogen, doch ich spürte stets in meinem Körper, dass mehr dahintersteckt.

Statt mich als fehlerhaftes Individuum zu sehen, begann ich umzudenken, einen alternativen Weg einzuschlagen und konnte eine deutliche Verbesserung aller genannter Beschwerden erreichen. Auf dem Weg dorthin dachte ich immer wieder an unsere Tier- und Pflanzenwelt, aber auch an unsere Kinder, die wir auf diese Welt bringen.

Geht es dir dabei manchmal auch so? Du siehst ein Tier, eine Pflanze oder hältst ein neugeborenes Baby oder dein Kind in den Armen und du kannst kaum fassen wie perfekt diese Geschöpfe sind. Wie schafft es unsere Natur, etwa die Farbenpracht einer Blume oder die Symmetrie in den Flügeln eines Schmetterlings immer wieder auf dieselbe makellose Weise hervorzubringen? Fehler scheinen dabei, bis auf absolute Einzelfälle, kaum vorzukommen.

Oft habe ich mich gefragt: Was wäre, wenn eine solche Blume oder ein solcher Vogel uns betrachten würde?
Was würden sie objektiv über Geschöpfe mit Hautausschlägen, Haarausfall, Über- oder Untergewicht, chronischer Müdigkeit oder sichtbarer seelischer Beeinträchtigung sagen? Sind wir eine Spezies, bestehend aus lauter solchen Einzelfällen?

Als Ingenieur treffe ich jeden Tag theoretische Annahmen, um mechanische Systeme zu analysieren oder zu berechnen. Wir sind darauf trainiert Hypothesen zu formulieren, die der Realität so nahe wie möglich kommen.
Die Theorie der Perfektion ist genau eine solche Hypothese. Und diese sollte in meinem Leben ein großes Problem abbilden und lösen. Sie stützt sich auf Beobachtungen aus der wirklichen Natur. Und genau diese Annahme möchte ich zusammen mit euch nun formulieren:

Gemeinsam gehen wir für alle weiteren Betrachtungen davon aus, dass der evolutionäre Zustand der Natur (einschließlich aller Lebewesen) absolut perfekt ist.

Die Natur und damit auch dein Körper macht in diesem Szenario keine Fehler. Sie funktioniert nach Prinzipien, die über Millionen Jahre hinweg optimiert wurden – ein Gleichgewichtszustand, der seinesgleichen sucht. All die Beobachtungen, die wir in der echten, unverfälschten Natur machen können und zum Glück in vielen Fällen auch noch bei unseren Babys sehen, sollen diese These stützen.

Dabei ist mir bewusst, dass es angeborene Fehler und körperliche oder geistige Behinderungen gibt. Im Sinne der Theorie der Perfektion geht es jedoch vielmehr um die Frage, was auf dem Weg von einem gesunden Baby hin zu einem kranken Kind oder Erwachsenen geschieht. Die nachfolgenden Analysen und Gedanken richten sich daher ausschließlich auf Prozesse, die im Laufe des Lebens entstehen – nicht auf angeborene Zustände.

Und auch wenn diese Hypothese natürlich die Realität stark vereinfacht und mit Sicherheit nicht alle gesundheitlichen Phänomene erklärt, führt sie jedoch zu einem Umdenken. Denn wenn wir Menschen nun an uns selbst chronische Mängel, Schmerzen oder Störungen feststellen, bedeutet das im Umkehrschluss: Diese Prozesse in unserem Körper sind unter Umständen keine Fehler. Vielmehr reagiert unser Körper vollkommen korrekt, intelligent oder er versucht uns etwas sehr wichtiges mitzuteilen.

Das bedeutet an Beispielen:

Das Vorliegen von den Beispielen Brainfog, Herzstolpern und Allergien ist nicht Ausdruck eines fehlerhaften Systems.
Auch die für die Betroffenen furchtbaren Symptomatiken, die mit ME/CFS einhergehen, sind unter dieser Annahme kein Fehler, sondern könnte im Rahmen dieser Theorie als Schutzreaktion deines Körpers verstanden werden.

Wenn diese Aussage für dich nicht besonders klingt, bist du schon ein deutliches Stück weiter als viele Menschen. Denn die meisten Menschen suchen vielleicht ihr gesamtes Leben nach den Fehlern in ihrem Körper, ohne jemals den Blick nach Außen zu richten.

Dieses klassische Vorgehen lässt sich auf unzählige Krankheitszustände übertragen.
Wir suchen so gut wie nie nach den tatsächlichen Ursachen. Stattdessen versuchen wir mit erheblichem Druck den Körper in einen sogenannten „normalen“ Zustand zu bringen, unabhängig davon was ihn überhaupt aus dem Gleichgewicht gebracht hat.

Das Problem dabei ist, dass sich „normal“ heute häufig an Laborwerten einer weitgehend kranken Gesellschaft orientiert. Damit wird eine sinnvolle Definition von Gesundheit umso schwieriger.

Ich möchte, dass du ab heute die Annahme eines perfekt funktionierenden Körper wie einen Samen in dein Denken einpflanzt. Denn sie kann deine gesamte Betrachtungsweise verändern. Wenn ich auch nur diesen Punkt erreicht habe, hat sich jeglicher Aufwand für mich bereits gelohnt.

Diese Annahme führt nämlich unweigerlich zu einer weiteren Feststellung:

Wenn unser Körper keine Fehler macht, dann können unter dieser Annahme ausschließlich äußere Einflüsse für die natürlichen, aber leider für uns leidbringenden Reaktionen unseres Körpers verantwortlich sein. Dein Körper versucht einzig und alleine wieder ein Gleichgewicht herzustellen, auch wenn dies bedeutet z.B. eigene Organe anzugreifen.

Dieser einfache, aber tiefgreifende Gedankengang hat in meinem eigenen Weg zurück zur Perfektion alles verändert und diese Theorie wurde für mich zum Zentrum meines gesundheitlichen Weges.

Ich möchte dir ein weiteres Bild mitgeben, eines das in Gesprächen mit Betroffenen oft für einen Aha-Moment sorgt und auch meine eigene Denkweise grundlegend verändert hat.

Stell dir eine wunderschöne, gesunde Naturlandschaft im Süden Afrikas vor. Eines Tages stellen die Bewohner fest, dass immer mehr Tiere auffällige Verhaltensänderungen zeigen und sichtbare Krankheitszeichen entwickeln. Sie alarmieren Biologen und Gesundheitsbehörden, um der Sache auf den Grund zu gehen.

Was glaubst du, wären die ersten Untersuchungen, die diese Experten durchführen? Ich bin bei dieser Frage stets nur auf eine Antwort gekommen:

Denn jeder logisch denkende Mensch würde neben körperlichen Untersuchungen unmittelbar die Umgebung dieser Tiere analysieren: das Wasser, das sie trinken – die Luft, die sie atmen – die Nahrung, die sie aufnehmen. Denn klar ist: Eine solche Entwicklung ist nicht natürlich und irgendetwas könnte sich in deren Umwelt verändert haben, das diese Reaktion auslöst.

Und jetzt frage dich: Bei wie vielen Menschen mit ungeklärten chronischen Krankheiten hast du schon von einem solchen Vorgehen gehört? Wie oft beginnt die Spurensuche und das entsprechende Handeln bei unserer Umgebung, bei der Luft, der Nahrung, dem Wasser oder unserer Wohnsituation – und zwar mit allen daraus resultierenden Maßnahmen und Konsequenzen?

In meinem Coaching zeige ich dir, wer also aus meiner persönlichen Sicht der bildhaft gesprochene äußere Feind sein könnte und wie ich persönlich den Kampf gegen diese Feinde gestaltet habe. Ich werde dir darlegen, wo sich Angreifer von außen verstecken und wie sie deinen Körper aus dem Gleichgewicht bringen können.

Der Weg hat mich dabei zwangsläufig zum natürlichen Ursprung als Mensch geführt.
Und auch du wirst hoffentlich erkennen: Eine solche Veränderung ist nichts Bedrohliches sondern etwas durchweg Positives. Und so habe ich die damit einhergehenden Veränderungen als etwas gutes angesehen und freute mich darauf meinem Körper und meinem natürlich Sein wieder deutlich näher zu kommen.